Human Enhancement – Neue Perspektiven im Betrieblichen Gesundheitsmanagement

Mit der Verschmelzung von Nano-, Bio-, Informations- und Kognitionswissenschaften (NBIC) ist ein Erkenntnisgewinn entstanden, der es ermöglicht, die physische und mentale Leistungsfähigkeit des Menschen weit über die bisher geglaubten biologischen Grenzen anzuheben. So überrascht es wenig, wenn die US-amerikanischen National Foundation bereits im Jahre 2002 die Forderung aufstellte, Human Enhancement zu einem der vordringlichsten Ziele der USA zu erklären. Vor allem die volkswirtschaftliche Relevanz des bisher nur unzureichend genutzten „mentalen Kapitals“ scheint hier großes politisches Interesse und ökonomische Begehrlichkeiten zu wecken.

Die Steigerung der menschlichen Leistungsfähigkeit zum Nutzen der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit, wird der Dimension einer bevorstehenden „biotechnologischen und pharmakologischen Revolution“ nur unzureichend gerecht. Allein schon vor dem Hintergrund der Zunahme von chronischen Erkrankungen und Syndromen, die direkt oder indirekt z.B. mit einer fehlerhaften Stressverarbeitung bzw. einer damit verursachten Dysregulation des autonomen Nervensystems zusammenhängen, eröffnet sich für die Gesundheitswirtschaft ein Geschäftsfeld ungeahnter therapeutischer, präventiver, aber auch rejuvenationsrelevanter Möglichkeiten.

Von der Öffentlichkeit und auch der Fachwelt fast unbemerkt, erstreckt sich „Human Enhancement“ bis in den Bereich der Kinder- und Jugendmedizin. So ist man heute schon in der Lage, das inzwischen in den Rang einer Volkskrankheit aufgestiegene „Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS)“, ohne die konzentrationsfördernden Psychostimulantien („Methylphenidat“), medizintechnisch zur „Ausheilung“ zu bringen. Die eigentliche Wertigkeit dieses Verfahrens lässt sich allein daran ermessen, das es selbst älteren Erwachsenen damit gelingt, eine noch nie dagewesene Aufgaben-Fokussierung und Konzentrationssteigerung zu erlangen Dies elektrisiert selbstverständlich nicht nur Abiturienten und  Studenten, sondern vor allem auch ehrgeizige Angestellte aus jeder Führungsebene.

Mit dem üblichen betrieblichen Gesundheitsmanagement, dem es an entscheidenden Ideen fehlt und das sich zwischen verhaltensorientierten Maßnahmen wie Ernährung, Bewegung oder Anleitungen zum Suchtverhalten im Kreise dreht, wird es sicher nicht gelingen, den volkswirtschaftlichem Schaden (225 Milliarden Euro ), der durch Fehlzeiten, Präsentismus und reduzierte Leistungen am Arbeitsplatz entsteht, wirksam zu begegnen. Hier stellt sich die Frage, warum solch neue Erkenntnisse aus dem Bereich des Human Enhancements, nicht schon längst im betrieblichen Alltag angekommen sind.

Studienreferenz/en auf Anfrage.